Geschichte der Evangelischen Kirche „Sankt Martion“ zu Kleinleinungen

Die Kirche in Kleinleinungen war dem heiligen Bischhof„ Martin von Tours „ zu Ehren geweiht, wie
denn derselbe auf eine Pferde sitzend sich noch abgebildet erhalten hat
Die Kirche ist ein mittelalterlicher Bau, dessen alter Chorturm innen mit einem Kreuzgratgewölbe
versehen und bis zur Gegenwart erhalten ist.
Folgende Jahreszahlen der Kirche sind bekannt:
1586 –  Jahreszahl einer der drei Glocken
1607 – Jahreszahl auf dem Thurme
1624 – Jahreszahl auf dem Taufstein
1625 – Jahreszahl an der Kirchtür
1717 – Jahreszahl der zweiten Glocke
1819 – Jahreszahl auf der Kanzel
1819 – Erneuerung der Kirche und Erbauung des Mansardendaches
1970 – Dach mit Betonziegeln erneuert, südlicher Vorbau abgerissen ( siehe Bild ), oberste
Empore entfernt und flache Decke aus Holzspanplatten eingezogen, den Kanzelaltar
entfernt, einfachen Altartisch aus Bruchsteinen errichtet

Kirche mit Kirchenmauer um 1896

 

Glockenstuhl

Quelle nachfolgender Text: Kirchenkeis Eisleben-Säömmerda

„Am 23. Januar 2002 gegen 13.15 Uhr wurde der Turmknopf durch Herrn Wolfgang Gülle (Dachdeckermeister) aus Uftrungen in Anwesenheit von Herrn Otto Heiser, Frau Brigitte Bruder (Bürgermeisterin), Frau Dr. Inge Körber (Architektin) und Frau Edith Vogel (Pastorin) abgenommen.
Aus dem Knopf wurde eine offene hölzerne Kapsel geborgen, der Deckel lag separat im Knopf. In der Kapsel selbst befanden sich mehrere gut erhaltene, aber stark durchfeuchtete Schriftstücke sowie 4 Münzen.
Die Aufzeichnungen aus den Jahren 1818/19 stammen von dem damaligen Pfarrer Christoph Friedrich August Götze. Er teilt uns mit, dass die Kirche und der Turm sich in einem ‚höchst baufälligen und elenden Zustande‘ befanden. Der herrschaftliche Bauaufseher Herr Friedrich Anton Weissenborn, gesandt durch das ‚Hochgräfliche Consistorium‘, stellte fest, dass eine Reparatur der Kirche nicht mehr möglich sei. Am 14. April 1819 wurde die Kirche komplett abgerissen. Der Grundstein für den Neubau der Kirche wurde am 1. Mai 1819 gelegt. Der Maurermeister bei dem Bau war Johann Siegmund Weissenborn, der Bruder des Bauaufsehers. Die Kirche wurde an genau derselben Stelle wieder aufgebaut, wo sie abgerissen wurde. Zu gleicher Zeit wurde auch der Turm wieder neu erstellt, damit die Glocken, welche bis dahin provisorisch an der Linde auf dem Hof angebracht waren, wieder ihren Platz einnehmen konnten. Die Bevölkerung von Kleinleinungen und den umliegenden Dörfern leisteten einen hohen Einsatz beim Kirchenbau. Dies wird ganz besonders in den Aufzeichnungen hervorgehoben. Der Graf von Stolberg/Roßla, Johann Wilhelm Christoph (als ‚edler Herr‘ bezeichnet) beteiligte sich mit einer hohen Finanzspende am Bau der Kirche.
Am 20.p.Trinitatis Sonntag des gleichen Jahres wurde das neue ‚freundliche Gotteshaus in Gegenwart einer unglaublichen Menge Menschen‘ feierlich eingeweiht.
Soweit einige Auszüge aus der Historie (1. Oktober 1819). Der genannte Pastor Götze wurde 1826 versetzt und starb 1848.
Der Turmunterbau aus dem Mittelalter blieb uns erhalten, mit den Kreuzgratgewölbe im Altarraum.“

Die Orgel

Erbaut ca. 1820-30 von dem Orgelbauer Johann Andreas Scheidler aus Bennungen, 8 Register, ein Manual und Pedal, Schleifladen, mechanische Traktur, frontaler Spielschrank mit Inschrift des Erbauernamens, dreiachsiger Prospekt mit flachbogig vortretendem Mittelfeld und seitlichen Harfenfelder sowie Vasenbekrönung in klassizistischem Stil, technischer, klanglicher und architektonischer Aufbau des Instrumentes jedoch noch in der Tradition des spätbarocken Orgelbaus, bemerkenswert als Beispiel für das Wirken eines regional tätigen und traditionell orientierten Kleinmeisters des frühen 19. Jh., unspielbar, in sehr desolatem Zustand, aber weitgehend unverändert erhalten.“

Bis zum Jahr 2002 fanden in mehreren Abschnitten in und an der Kirche kleinere Erhaltungsmaßnahmen statt.

Der Eingang zur 1. Etage wurde abgerissen. Der Kirchhof wurde verkleinert, die Kirchenmauer zum Kirchhof wurde abgerissen. Auf der frei gewordenen Fläche wurde eine neue Bushaltestelle gebaut. 

große Sanierung 2002

Im Jahr 2020 wurde die Kirche umfangreich saniert. Kirchenschiff und Turm wurden neu eingedeckt. Dabei wurden Dechenbalken und Dachbalken teilweise saniert oder ausgetauscht.

Der Knopf wurde dabei abgenommen und der Inhalt gesichtet. Nach Fertigstellung der Sanierung fand das Knopffest 2002 feierlich statt.

Der Riss im Kirchturm wurde soweit wie möglich gesichert, konnte aber leider nicht beseitigt werden.

Erhaltungsmaßnahmen 2020 – Sicherung, Abbau und Aufbau der Kirchturmspitze neben der Kirche.

2020 – Seit einigen Jahren nahm ein Riss im Kirchturm ständig zu. Es entstand eine erebliche Ausbeulung an der Kirchturmwand Richtung Osten. Untersuchungen ergaben im Wesentlichen als Ursachse einen instabilen Untergrund. Eine Sicherung ohne erhebliche finanzielle Mittel war nicht möglich. 

Empfehlung der Untersuchung war die Entlastung des Kirchturms durch Abbau der gesamten Kirchturmspitze.

Im Jahr 2020 wurden die Bäume im Kirchhof mit Unterstützung der Feuerwehren Kleinleinungen und Roßla gefällt.

Schotter wurde im Kirchhof afgebracht. Ein Fundamet für den Wiederaufbau der Kirchturmspitze im Kirchhof wurde gegossen. 

Die Glocken wurden abgebaut, die Steine in den Fächern des Fachwerkes der Kirchturmspitze wurden mit freiwilligen Helfern ausgebaut und entsorgt. Die Masse des Materials (kleine Bruchsteine) wurde zum Verfüllen von Spurrinnen von Feldwegen genutzt.

Anschließend wurde die Kirchturmspitze soweit wie notwendig auseinander gebaut und auf dem Fundament wieder aufgebaut. Soweit wie möglich wurde das Originalholz zum Aufabu genutzt. Die Glocken wurden in der neu errichteten Kirchturmspitze wieder eingebaut.

Das Knopffest fand am 12.06.2020 statt.