Gasthäuser und Bierausschank

1837 -1999

1837

Kleinleinungen ist im Besitz von einem Bierausschank.

1840

Gorttfied Wolff übernimmt den Bierausschank in Kleinleinungen. Er wird Schankwirt und Kaufmann und handelt mit Materialwaren.

1851

Eröffnung des Brauereibetriebes

Der Schulze Köhler aus Kleinleinungen eröffnete im November 1851 einen Brauereibetrieb in unserem Ort.

Die Kontrollfreiheit von Bier wurde ihm aber nur gestattet, wenn er sich auf die Ortsbedürfnisse beschränkt.

Es wurden zwei Sorten Bier gebraut, das sogenannte Einfachbier und der Kowwend. Der Liter Bier kostete 10 Pfennige. Der Kowwend dient als Hausgetränk, das Einfachbier wurde in den Häusern der Brauereibeteiligten ausgeschenkt.

Als man in Kleinleinungen noch Bier braute

( Artikel aus Liberal Demokratischen Zeitung 16.9.1969 )

1858 Speisekarte aus dem Jahre 1858 von Schankwirt Gottfried Wolff aus Kleinleinungen

Übersetzung der Speisekarte 1858

Taxe
über
Speisen und Getränke


ThalerSilber-groschenPfennige
Portion Braten und Salat
6
Bratwurst mit Salat
5
Portion Eier mit Salat
5
Eierkuchen mit Eingemachten
6
Butterbrot mit Schlackwurst
4
Butterbrot mit Käse
2
Ein Seidel Lagerbier
16
Ein Seidel Braunbier

7
Ein Glas Punsch
26
Ein Glas Grock
26
Ein Glas Liquoer (Likör)

6
Ein Glas Branntwein

3
Eine Portion Kaffee mit Zuckerkuchen
3
Eine Stube mit Bett
10

Kleinleinungen, den 12. August 1858

G. Wolff, Schankwirt

1868

Antrag zur Errichtung eines zweiten Bierausschankes in Kleinleinungen

Auszug aus den Polizeiakten des Gräflich Stolbergschen Polizeirath-Amtes zu Roßla ACTA V 1863-69 und ACTV VII 1871 (genaueres zu lesen in der Materialsammlung zur Chron1k 1968 -1871)

Der Anspanner und Krämer, Johann Friedrich Wagner in Kleinleinungen stellt beim Schulze Sander und beim Gräflich Stolbergschen Polizeirathsamt zu Roßla den Antrag zum Betreiben eines zweiten Bierlokales in Kleinleinungen.

Der Antrag wurde abgelehnt mit folgender Begründung:

„Die Bedürfnisse des kleinen Ortes selbst und die Bedürfnisse des Fremdenverkehrs würden durch eine zweite Bierstube nicht befriedigt“

Daraufhin wandte sich Krämer Wagner mit der gleichen Bitte an die Königliche Regierung in Merseburg.

Er bekam aber auch da einen abschlägigen Bescheid mit der gleichen Begründung wie vom Polizeirathsamt in Roßla.

Im Dezember 1870 hat sich Herr Wagner erneut an die Königliche Regierung in Merseburg gewandt, indem er gleichzeitig ein von vielen Einwohnern in Kleinleinungen unterzeichnetes Gesuch beigefügt hat, wo in diese darum bitten, dass der Krämer Wagner die Consession zum Bierausschank erhalten solle.

Die Antwort lautete:

„Wir sehen und veranlaßt, den Ausschank des Krämers Friedrich Wagner zurückzuweisen, und zwar um deshalb, weil wir uns nicht davon überzeugt halten können, dass die Errichtung noch einer zweiten Branntwein-Verkaufsstätte für Kleinleinungen ein Bedürfnis sei.

Kleinleinungen selbst hat nur ca. 250 Einwohner und für diese erscheint ein Branntweinverkauf genügend.

Der im Ort gastierende Fremdenverkehr ist nicht erheblich, jedenfalls, jedenfalls nicht, dass für Kleinleinungen noch eine zweite Branntwein-Verkaufsstelle einzurichten sei.

Gräflich Stolbergischer Polizeirath

Raeck“

Wahrscheinlich hat der Krämer Wagner gegen diesen abschlägigen Bescheid Widerspruch eingelegt, (es ist bei den vorhandenen Unterlagen nichts mehr gefunden worden), denn irgendwann muß es doch zur Genehmigung gekommen sein, denn in den Jahren 1874/75/76 erschienen im Sangerhäuser Kreisblatt und in der Sangerhäuser Zeitung mehrere Anzeigen, bei denen im Wagner`schen Gasthofe zu Kleinleinungen vor allem Holzverkäufe stattgefunden haben.

1874

Bauantrag von Theodor Wolff

Theodor Wolff, Sohn des Schankwirt Gottfried Wolff stellt beim Gräflich Stolbergischen Polizeiraths-Amt in Rqßla den Antrag zum Bau eines neuen Wohnhauses, in welchen ein Kaufladen und ein Bierausschank untergebracht werden soll;

Den vorliegenden Zeichnungen liegt wohl kein Widerspruch vor.

1876

Anzeige aus Sangerhäuser Zeitung vom 28.03.1876

1882

Im Jahre 1882 verkauft der Friedrich Wagner seinen Gasthof.

Anzeige aus Sangerhäuser Zeitung vom 21.01.1882

1892

Gasthaus zum Leinetal . Besitzer Wolff und Fricke

Gasthaus und Kaufladen

1896

Das Wolff`sche Gastlokal wird nicht nur zum Bierausschank genutzt, hier finden auch Auctionen und Zwangsversteigerungen statt.

1899

Der Saal Kleinleinungen ist errichtet.

Anzeige aus der Sangerhäuser Zeitung vom 16.09.1899

Von diesem Zeitpunkt an wird der Saal, welcher zu den Besitzungen des Gastwirt Wolff gehört, für verschiedene Feste genutzt, wie zum Beispiel:

Kirmesfeierıı, Schützenfeste, Tanzvergnügen, Kriegerfeste usw.

1914

Nachdem im Wolffschen Gasthause ein Verkauf von Postwertzeichen erfolgte, wurde am 12. Juni 1914 hier auch die erste öffentliche Fernsprechstelle in Kleinleinungen eingerichtet.

1930

Besitzerwechsel im „ Gasthaus zum Leinetal „

Gasthaus zum Leinetal . – Inhaber Paul Häıtel sen.

später – Inhaber Paul Härtel jun.

Herr Paul Härtel und seine Gemahlin hatten vorher die Schankwirtschaft in Ichstedt inne.

1998/99

Herr Paul Härtel verwaltete das „ Gasthaus zum Leinetal „ bis er wegen Krankheit und seinem fortgeschrittenen Alter die Gaststätte schließen mußte.