Verbesserung der Lebensbedingungen

in Kleinleinungen

von 1914- 1999

1914

Erste öffentliche Fernsprechstelle ( Sangerhäuser Zeitung vom 18.06.1914)

Seit Juni 1914 ist der langersehnte Wunsch der gesamten Einwohnerschaft von Kleinleinungen in Erfüllung gegangen; unser Ort ist nun endlich auch an das Allgemeine Fernsprechnetz angeschlossen worden.

Kleinleinungen war wohl seit langer Zeit der einzige Ort im Kreis Sangerhausen, der sich noch nicht an diesen Fortschritt angeschlossen hatte.

Die öffentliche Fernsprechstelle befindet sich im Wolffschen Gasthause.

1919

Sonntagsruhe und Achtstundentag (Allgemeiner Anzeiger vom 08.04.1919)

Am 1. April 1919 sind zwei außerordentlich wichtige Gesetze in Kraft getreten, und zwar die Verordnung über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe vom 5. Februar 1919, sowie die Verordnung über die Einführung des Achtstundentages für kaufmännische Angestellte in ganz Deutschland.

Es ist hierbei ganz gleichgültig, ob es sich um Geschäfte handelt, die Angestellte haben oder um Geschäfte, die nur vom Geschäftsinhaber und seinen Familienmitgliedern betrieben werden.

Alle Geschäfte müssen am Sonntag vollständig geschlossen sein. Ausnahmen sind nur an 10 Sonntagen im ganzen Jahr gestattet.

Das betrifft in Kleinleinungen die Kaufmänner Theodor Wolff und Friedrich Benold den Dorfkrämer Hermann Latann, den Bäcker Friedrich Walther und den Großhändler Hermann Walther.

1922

Elektrifizierung von Kleinleinungen (Sangerhäuser Zeitung vom 09.11.1922)

Das Überlandwerk Bretleben schreibt uns:

Wie alle fortschrittlich gesinnten Gemeindevertretungen des Harzes die Stromversorgung ihrer Gemeinden rechtzeitig sichergestellt haben, so haben auch die Gemeindevertretungen von Drebsdorf und Kleinleinungen mit dem Überlandwerk einen Stromliefervertrag geschlossen.

Bei einigermaßen günstiger Witterung und bei guten Fortgang der Arbeiten werden die beiden Gemeinden voraussichtlich noch vor dem Weihnachtsfest mit Strom versorgt werden.

Sind diese Gemeinden angeschlossen, so sind alle Gemeinden dieser Gegend mit Elektrizität versorgt, mit Ausnahme von Rosperwenda

Überprüfung der neuen Lichtleitungen ( Sangerhäuser Zeitung vom 21.12.1922)

Der letzte Sonnabend war für unseren Ort ein denkwürdiger Tag. Nachmittags gegen 4 Uhr trafen Direktor Junck und Oberingenieur Keller vom Überlandwerk Bretleben hier ein, um die Prüfung der eben vollendeten elektrischen Lichtleitungen, die vom Leitungsbauinspektor Schattenberg und seinem Arbeitsstab in vielen Wochen rühriger Arbeit ausgeführt worden war, vorzunehmen.

Es klappte alles tadellos weshalb auch die Herren mit ihrem Lobe nicht kargten.

Abends 6 Uhr versammelten sich die gesamten Bauteilnehmer, teilweise mit ihren Angehörigen, sowie die Gemeindevertretung zur festlichen Tafel im Wollfschen Saale „ Zum elektrischen Funken“

In seiner Tischrede hob Direktor Junck hervor, daß der Bau, trotz häufiger Witterugsunbill, früher fertig geworden, als man gedacht habe, daß das oft schwierige Werk ohne Unfall verlaufen, und daß sich die Gemeinde über dieses selbst bescherte Weihnachtsgeschenk doch recht freuen könne.

Nach dem Essen fand ein fröhlicher „ Lichterball „ statt, der diesen Namen auch mit Recht verdiente; denn der Saal erstrahlte in einer Fülle herrlicher bunter Lichter, die die Monteure auf Tannengrün angebracht hatten; selbst ein Christbaum mit elektrischer Beleuchtung war vorhanden.

Fast die ganze Gemeinde nahm teil an der wohlgelungenen Veranstaltung.

In vielen Häuser wurde das „ Elektrische „ gegen 5 Uhr zum ersten mal mit großer Freude angeknipst.

Leider lagen einige Wohnungen noch im Dunkeln, hoffentlich brauchen ihre Bewohner nicht mehr all zu lange warten auf die Befüllung ihrer Wünsche nach „ Mehr Licht „

1952

Eröffnung einer Konsumverkaufsstelle (Gemeindeunterlagen)

In Kleinleinungen wird eine neue Konsumverkaufsstelle im Haus beim Landwirt Hammer ( Haus – ) eröffnet. Die Leitung übernimmt Frau Jüngling. Es werden alle Artikel des täglichen Bedarfs angeboten.

1953

Autobusverbindung (Gemeindeunterlagen)

Die Autobusverbindung zwischen Kleinleinungen und Sangerhausen wird eröffnet. Für viele Berufstätige, die ihrer Arbeit in der Kreisstadt nachgehen, entfällt dadurch der lange Weg zur Bahn.

1954

Erste Technik (Gemeindeunterlagen)

In Kleinleinungen gibt es den l. Traktor. Außerdem gibt es 5 Motorräder und 3 gummibereifte Wagen.

1956

Neue Krankenstation (Freiheit vom 06.08.1956)

Am 1. August 1956 wurde in Kleinleinungen (im Gebäude der Gastwirtschaft Härtel) eine ständige Station für Krankenpflege eingerichtet. Es werden ständig Sprechstunden der Gemeindeschwester Elisabeth Härtel, durchgeführt. Die Station ist Höhensonne und Bestrahlungsapparat ausgestattet.

Eerste Rundfunkempfänger (Gemeindeunterlagen)

In Kleinleinungen gibt es bereits 87 Rundfunkempfänger aber noch keine Fernsehgeräte.

Es werden folgende Zeitungen gelesen:

3 x Neues Deutschland, 37 x Freiheit, 6 x Junge Welt, 13 x Freier Bauer

1957

Am Roten Berg wird ein neuer Brunnen gebaut, weil der Weg bis zum Dorfbrunnen an der Schule für älteren Bewohner unzumutbar ist.

1961

Erste Fernsehgeräte (Gemeindeunterlagen)

In Kleinleinungen gibt es die ersten 8 Fernsehgeräte

1962

Eröffnung eines Erntekindergartens (Gemeindeunterlagen)

In Kleinleinungen wird im Gemeindehaus ein Erntekindergarten eingerichtet. Während die Mütter in der LPG ihre Arbeit verrichten werden die Kinder für einige Stunden am Tag beaufsichtigt.

1964

Die ersten Autos( Gemeindeunterlagen)

Jetzt gibt es die ersten 3 Autos im Ort (P Härtel, A Brödenfeldt,W.Jüngling).

Außerdemı gibt es 26 Motorräder, 12 Mopeds und 27 Fernsehgeräte.

1965

Verkaufsstelle und Jugendraum ( Gemeindeunterlagen)

Die Verkaufsstelle wird erweitert und es werden variable Öffnungszeiten eingeführt, so dass die Hausfrauen noch nach getaner Feldarbeit ihre Einkäufe erledigen können.

Die Jugend des Ortes bekommt einen eigenen Raum zur Verfügung. Hier treffen sich unter anderem auch der Zirkel „Junger Sozialisten“ und der „Spiel- und Gesangszirkel“.

1967

Fahrendes Dienstleistungskombinat (Freiheit vom 01.04. 1967)

Nach Kleinleinungen kommt ein Dienstleistungsfahrzeug. Es beinhaltet die Frei-Haus-Lieferung der Wäsche, Annahme für Chemische Reinigung, Schuhreparaturen, Scheren- und Messerschleifen und die Annahme zur Reparatur elektrischer Kleingeräte

Einführung der 5-Tage – Arbeitswoche (Gemeindeunterlagen)

Die Einführung der 5-Tage-Arbeitswoche wird von den Arbeitern und Jugendlichen sehr begrüßt.

Im Handel gibt es Anfangs noch viel Diskussionen, doch dann herrschte Klarheit. Die Verkaufskräfte haben auch 3 Sonnabende im Monat frei und an einem Sonnabend müssen sie noch arbeiten.

Auch die Bevölkerung von Kleinleinungen muß sich bei der 1 – Mann – Verkaufsstelle im Ort an die Einkaufsbedingungen gewöhnen.

1969/70

Neue Konsumverkaufsstelle (Gemeindeunterlagen)

Der neue Konsum (Straße nach Wickerode) wird eröffnet. Die Einkaufsbedingungen haben sich deutlich verbessert. Es wird außerdem ein Bestellsystem eingeführt.

1970

Dauerkindergarten ( Entwicklung der Volksbildung)

Der bestehende Erntekindergarten wird zu einem Dauerkindergarten in Großleinungen umgewandelt.

1973

Neuer Speisesaal in Großleinungen ( Auszug aus Freiheit )

Die Kinder aus den Orten Großleinungen, Morungen, Hainrode, Drebsdorf und Kleinleinungen gehen alle nach Großleinungen zur Schule und zum Kindergarten.

Dort wurde im Jahre 1973 ein Speisesaal mit mehr als 100 Plätzen eingerichtet.

Alle Kinder können nun mit einem warmen und preiswerten Mittagessen versorgt werden.

Die Gemeinde Kleinleinungen beteiligte sich mit 20 000, – Mark an der Finanzierung der Schulspeisung.

1974

Neue Arztpraxis für das Leintal (Freiheit vom 5.9.1974)

Zur Verbesserung der ambulanten medizinischen Betreuung des Leinetals entsteht in Großleinungen eine Gıuppenpraxis mit einem ärztlichen und einem zahnärztlichen Arbeitsplatz.

Die Bürger aus Kleinleinungen können diese medizinische Einrichtung auch in Anspruch nehmen.

1985

Ländliche Wasserversorgung ( Auszug aus Freiheit vom 26.3.1985)

Verlegung der Trinkwasserleitung von Großleinungen in die Ortsteile Drebsdorf und Kleinleinungen.

Hier wurde mit Hilfe der Bürger eine 4,5 km lange Hauptleitung bis zum Ortseingang von Kleinleinungen verlegt.

1986

Außenstelle für Arztsprechstunde (Freiheit vom 15.3.1986)

In Kleinleinungen wurde im Gebäude der Gemeindeverwaltung ( Haus – Nr. 40 ) eine Außenstelle für die Arztsprechstunden eingerichtet. Hier haben vor allem die älteren Bürger die Möglichkeit, sich Medikamente verschreiben zu lassen.

1989

örtliche Wasserleitung (Allgemeiner Anzeiger von April 1992)

Jetzt wird die Ortswasserleitung in der Gemeinde Kleinleinungen verlegt, jeder Haushalt bekommt einen Wasseranschluß.

1989

Die politische Wende

9. November 1989 – Nach 28 Jahren fiel die Mauer, die Grenze zwischen der BRD und der DDR öffnete sich.

1990

Bekanntmachung der Sparkasse ( Mitteldeutsche Zeitung vom 13.6.1990 )

Am 1. Juli l990 wwird die Wirtschafts- Währungs- und Sozialunion durchgeführt.

Der Geldumtausch der DDR-Mark in D-Mark erfolgt in der Zeit vom 1 1. Juni bis 6. Juli 1990 auf allen Banken, Sparkassen und Postämtern.

Die Bürger aus Kleinleinungen haben außerdem die Möglichkeit, am 23. Juni 1990 in Großleinungen ihr Geld umzutauschen. Eine letzte Möglichkeit bestand noch am Sonntag, 1. Juli von 9.00 – 17.00 Uhr in der Poststelle Großleinungen.

Der Umtausch erfolgte für 8 000,- Mark im Verhältnis 1:1, das darüberliegende Vermögen wurde im Verhältnis1:2 umgetauscht.

1991

Erhöhung des Kindergeldes ( Mitteldeutsche Zeitung vom 30.8.1990 )

Die Familienministerin Christa Schmidt (CDU) informiert darüber, daß es vom 1. Januar 1991 ab für das 1. Kind 50,-DM, für 2. Kind 130,- DM und jedes weitere Kind 150,- DM Kindergeld geben wird.

Vorher gab es für jedes Kind monatlich 20.- Mark.

1994

Neues Frensprechnetz ( Post und Fernmeldewesen )

In Kleinleinungen wurden im ganzen Ort Telefonkabel verlegt. Jeder Haushalt, der den Wunsch hatte, eine Telefonanschluß zu bekommen, konnte an das öffentliche Fernsprechnetz angeschlossen werden.

So war es für die Kleinleinunger Bürger möglich, Gespräche in ganz Deutschland und weit über die

Landesgrenzen hinaus ins Ausland zu führen, was vor Jahren noch undenkbar war.

1996

Erhöhung des Kindergeldes (Mitteldeutsche Zeitung vom 14.12.1995 )

Ab Januar 1996 gibt es nochmals mehr Kindergeld, und zwar für die ersten beiden Kinder je 200,- DM, das dritte Kind 300,-DM und jedes weitere Kind je 350,- DM pro Monat.