Naturdenkmal und Naturschutzgebiet in Kleinleinungen
( Statistische Informationen aus dem Landkreis Sangerhausen)
Kleinleinungen gehört zum Landschaftssschutzgebiet „ Harz und südliches Harzvorland „ Deshalb sind nicht nur die 4 denkmalgeschützten Gebäude erwähnenswert, sondern auch ein Naturdenkmal und ein Naturschutzgebiet.
Das Naturdenkmal ist die Höhle „ Mönchsloch “ bei Kleinleinungen, mit einer Größe von ca 0,2 ha.
Besonderen Schutz im Landkreis genießen:
Flächennaturdenkmale z.B. das Orchideenvorkommen Spatberge bei Hainrode, das Wild-
rosengebiet über dem Helmstal bei Sangerhausen, der Waldteich bei Beyernaumburg
– Naturdenkmale – z.B. die Dinsterbachschwinde bei Questenberg, der Kupferschieferaufschluss bei Morungen, die Höhle „Mönchsloch“ bei Kleinleinungen
– Baumnaturdenkmale – z. B. 13 Eichenstandorte mit 18 Bäumen, 55 Lindenstandorte mit 550 Bäumen, 6 Gingko-Standorte mit 8 Exemplaren
– Biotope (Gesamtfläche über 3.000 ha) – z.B. Trockenwald, Streuobstwiesen, Flachmoor
– Geschützte Landschaftsbestandteile – z.B. Baum- und Strauchbestand in Riestedt, Sotterhausen, Gonna und Baumbestand in Allstedt, Schwenda, Hayn und Sangerhausen
– internationales Feuchtgebiet u. Vogelschutzgebiet am Helmestausee Berga-Kelbra mit ca 850 h
– Geschützte Parks in Morungen (Schloßpark) u. Rottleberode (Park am Ferienheim)
Zum Naturschutzgebiet gehöıt die Gipskarstlandschat in und um Questenberg, dazu gehören auch die „ Kalkköpfe „ nördlich von Kleinleinungen, die Hänge östlich des Dinsterbaches und die Diensterbachschwinde.
Kalkköpfe nördlich von Kleinleinungen
Die Pflanzenwelt des Kreises Sangerhausen 73
die Gemeine Grasnelke (Armeria maritima subsp. halleri [Wallr.] Löve et Löve). Diese Kräuter können auch auf „normalem“ Boden gedeihen. Dadurch ist bewiesen, daß sie nicht auf die Schwermetallsalze angewiesen sind, sich aber durch ihre Widerstandsfähigkeit gegen die genannten Salze auf den Halden gegen pflanzliche Konkurrenten behaupten können.
Die Felsheiden
Nicht nur im Aussehen und in der Zusammensetzung, sondern vor allem in den Standorten unterscheiden sich diese Pflanzenvereine von ‚den anderen Grasheiden. Wir finden sie auf Felsvorsprüngen, kleinen Podesten an steilen Berghängen und ähnlichen Stellen, die durch ihre Süd- bis Westlage und eine starke Neigung des Untergrundes intensiver Sonnenbestrahlung und Erwärmung ausgesetzt sind. In den Sommermonaten treffen die Sonnenstrahlen auf diese Flecken unter einem Winkel-
wie sonst nuriin den, Äquatorialgebieten der Erde! Im Unterschied zur Wiesensteppe stehen die „Pflanzen hier meist locker verteilt und schließen erst bei anderen Umweltbedingen dichter auf.
Es ist wohl leicht einzusehen, daß die dortigen Gewächse besondere Einrichtungen besitzen, die ihnen das Dasein ermöglichen. Fast alle Felsheideplanzen sind klein und viele schmiegen sich dem Boden an. Vor der Austrocknung schützen dickfleischige eingerollte oder schmale und kleine Blätter. Auch die Behaaarung der oberirdischen und die Verdeckung der untrrirdischen Pflanzenteile vermindern einen übermäßigen Wasserverlust. Typische Bewohner der Felsheíden sind:
der Blau-Schwingel (Festuca cinerea Vill.),
der Hügel-Meister (Asperula cynanchica L.),
das Berg-Steinkraut (Alyssum montanum L-.),
das Gemeine Heideröschen (Fumana procumbens [Dunal] Gr. et Godr.),
Finger-Steinbrech (Saxifraga tridactylites L.),
Sand-Thymian (Thymus serpyllum L.),
Gemeine Thymian (Thymus pulegioides L.) und
das Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella L.).
Gehäufte Vorkommen dieser Pflanzen liegen im Naturschutzgebiet Questenberg und im waldfreien Hügelgelände zwischen Hainrode, Kleinleinungen und Drebsdorf. Doch gibt es noch zahlreiche andere Stellen im Gebiet des Südharzrandes, an denen auf kleinen Flecken diese oder jene Vertreter der Felsheide siedeln. Gegenüber den südosteuropäischen und asiatischen Charakterpflanzen der Wiesensteppen stammen die typischen Felsheidegewächse meist aus dem südeuropäischen und Mittelmeerraum.
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Abb. 1 Großes Windröschen (Anemone sylvetris)
{Foto H Herdam)
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Abb. 2′ Kleine Wachsblume (Cerínthe minor) ,
(Fofo: H. Herdaım)
Abb 3 Gıpsflur nördlich von Kleinleinungen
(Fofo H Herdam)
Abb. 4. Berg-Steinkraut (Alyssum montonum)
in der im Bild 3 gezeigten Felsflur
(Fofo: H. Herdam)